Der Western im Film - Die 1960er Jahre
Der Ölprinz (1965)
Der „Ölprinz“ (Harald Leipnitz) will dem Bankier Duncan eine nicht existierende Ölquelle andrehen. Dabei steht ihm allerdings ein Treck Siedler im Weg, die sich ausgerechnet in der Gegend niederlassen wollen.
Daraufhin lässt der Bandit den Scout der Siedler durch ein Mitglied seiner Bande austauschen. Diesem kommt Old Surehand (Stewart Granger) jedoch auf die Spur, der die Siedler des Trecks warnen kann.
Unterdessen gelingt es Winnetou (Pierre Brice) den Navajo-Häuptling von der friedlichen Natur der Siedler zu überzeugen, der sie daraufhin mit Old Wabble (Paddy Fox) als Führer ungehindert durch sein Gebiet ziehen lässt.
Auf dem Weg zu den Utahs wird Old Surehand von den Banditen in eine Falle gelockt, aus der ihn Winnetou retten kann.
Als die Siedler am Chinla-River übernachten, werden sie dort von den Banditen angegriffen, die allerdings durch das Eintreffen von Old Surehand und Winnetou abgewehrt werden können.
Doch so schnell gibt der Ölprinz nicht auf. Er lässt den Sohn des Häuptlings von seinem stummen Gehilfen Knife (Slobodan Dimitrijević) ermorden und schiebt den Mord den Siedler nin die Schuhe, woraufhin die Indianer den Treck angreifen…
Als Regisseur für die „KARL MAY“-Verfilmung sah der Produzent Horst Wendlandt ursprünglich Paul Martin vor, da Harald Reinl und Alfred Vohrer nicht zur Verfügung standen. Doch als die Zusammenarbeit mit Martin nicht zustande kam, rief er im Dezember 1964 den Regisseur HARALD PHILIPP in Berlin an, der sofort zusagte.
Die Dreharbeiten zu „DER ÖLPRINZ“ begannen am 28. März 1965 in Zupci bei Trebinje in Jugoslawien, wo Architekt Dusko Jericević die Westernstadt „Golden Hill“ aus „OLD SHATTERHAND“ in „Tucson“ verwandelt hatte.
Bei Trilj am Ufer der Cetina wurden die wichtigsten Szenen mit dem Siedlertreck gedreht. Pierre Brice quetschte sich zwischen zwei Floßbalken den rechten Zeigefinger.
Um den Verband zu verbergen, trug er bei den folgenden Dreharbeiten meist einen Tomahawk.
Eine weitere spektakuläre Floß-Szene wurde bei Kreševo von einer schmalen Holzbrücke aus gedreht. Die Schlussszene am „Shelly-See“ spielt am Ufer des Perućko jezero.
Im Mai 1965 wurden noch einige Szenen im Freigelände der CCC-Studios in Berlin gefilmt, darunter der Kampf Old Surehands mit Knife.
In den Studios der Berliner Union-Film entstanden die Großaufnahmen der Hauptdarsteller auf dem dahinschießenden Floß. Gischt und Wellen wurden mit Schläuchen und einem Spülmechanismus simuliert.
Am 31. Mai 1965 waren die Dreharbeiten zur „KARL MAY“-Verfilmung „DER ÖLPRINZ“ beendet.
Der Plan, am Ende des Films Old Shatterhand und Old Surehand gemeinsam in einem Film auftreten zu lassen, wurde verworfen.
1966 wurde der Film „DER ÖLPRINZ“ mit der „GOLDENEN LEINWAND“ für über drei Millionen Besucher innerhalb von zwölf Monaten ausgezeichnet.
Mit „DER ÖLPRINZ“ präsentiert der Regisseur HARALD PHILIPP einen durchweg spannend inszenierten „KARL MAY“-Film, der insbesondere durch die selbstironische Darstellung von STEWART GRANGER als Old Surehand und durch die überzeugende Darstellung von HARALD LEIPNITZ als Bösewicht punkten kann.
Lustige Akzente setzt der Film durch den Auftritt von HEINZ ERHARDT als Kantor Aurelius Hampel. In einer Nebenrolle ist nach „WINNETOU II“ und „UNTER GEIERN“ erneut TERENCE HILL unter seinem bürgerlichen Namen MARIO GIROTTI zu sehen.
© by Ingo Löchel
Der Ölprinz
BRD/Jugoslavien 1965
Stab
Regie: Harald Philipp
Drehbuch: Fred Denger und Harald Philipp
Kamera: Heinz Hölscher
Schnitt: Hermann Haller
Musik: Martin Böttcher
Darsteller
Stewart Granger als Old Surehand
Pierre Brice als Winnetou
Harald Leipnitz als Ölprinz
Heinz Erhardt als Kantor Hampel
Macha Méril als Lizzy
Mario Girotti als Richard
Walter Barnes als Campbell
Antje Weisgerber als Frau Ebersbach
Paddy Fox als Old Wabble
Gerhard Frickhöffer als Kovacz
Veljko Maričić als Bergmann
Dušan Janićijević als Butler
Slobodan Dimitrijević als Knife
Davor Antolić als Paddy
Zvonimir Črnko als Forner
Mavid Popović als Mokaschi
Ilija Ivezić als Webster
FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: 90 Minuten
Deutscher Kinostart: Am 25. August 1965
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