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Freitag, 27. Februar 2026

THEATER: Kunibert von Eulenhorst (Roth)

Kunibert von Eulenhorst


1844 erschien in Dresden ein schmales Bändchen von J. Rebhahn mit dem Text eines grossen Ritterschauspiels in fünf Akten unter dem Titel Kunibert von Eulenhorst oder der geschundene Raubritter.

Doch was hat das hier suchen? - Eine ganze Menge, denn hinter dem Pseudonym verbirgt sich niemand anders als Friedrich Gerstäcker (1816 - 1872), damals noch am Beginn seiner schriftstellerischen Karriere und auf dem Weg wohl der wichtigste deutschsprachige - und auch vielseitigste - Autor von Reise- und Abenteuerromanen  des 19. Jahrhunderts zu werden.

Der "Kunibert" wurde aus einer Laune heraus geschrieben, um eine in Schwierigkeiten steckende Theatergruppe zu unterstützen, er wurde lt. Thomas Ostwald oft in Dresden aufgeführt; ich habe das Werk als späteres Typoscript vor Jahrzehnten einmal in Braunschweig gesehen. - Dass es auch eine alte Buchausgabe gibt, war mir bislang unbekannt. 

Gerstäcker persifliert im "Kunibert" gekonnt das damals noch existierende Genre der Ritter- Räuber- und Schauderromane, alles ist ein wenig überzogen dargestellt, aber vielleicht gerade deshalb unterhaltsam und auch lustig. Fünf Akte mit jeweils mehreren Szenen auf 38 Seiten - das ist wahrlich ein 'großes Ritterschauspiel' und eine Leistung, die ihresgleichen sucht.

Die Friedrich Gerstäcker-Gesellschaft hat inzwischen einen auf dem Buchmarkt lieferbaren Neudruck veröffentlicht (in: Kleine Erzählungen und nachgelassene Schriften 3), das Original von 1844 kann als Digitalisat heruntergeladen werden: (Exemplar der ÖNB - Google Books

© by Karl Jürgen Roth