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Montag, 17. November 2025

FILM: Die Winnetou-Filme (Sonntag)

SchleWaZ - BeWaZ: Die Winnetou-Filme



Wer ist nicht damit aufgewachsen? Pierre Brice und Lex Barker, die als Winnetou und Old Shatterhand in mehreren Filmen über die Prärie reiten.

Und auch auf das Risiko hin, mich unbeliebt zu machen – wie verdammt schlecht waren diese Filme denn nun? Sowohl in historischer Hinsicht als auch auf die Werke Karl Mays bezogen stimmte absolut gar nichts. Logikfehler ohne Ende, Klischees fernab jeglicher Realität und sehr oft ein ähnlicher Ablauf der Ereignisse. Schlecht geschriebene Dialoge und platte Scherze.

Und doch – wie verdammt gut waren diese Filme? Wunderschöne Landschaftsaufnahmen, bei der größten Gefahr immer dieser Schimmer von Hoffnung, romantische Träume, zwei Hauptdarsteller, die von den Jungs als Vorbilder und Identifikationsfiguren ebenso funktionierten, wie sie für die weiblichen Zuschauer (mitunter auch erotische) Traumbilder waren. Die Musik reicht aus, um sogar Erwachsene wieder ins Reich ihrer kindlichen Fantasien zu versetzen und ganze Generationen sitzen gemeinsam vor dem Bildschirm, wenn die Filme zur Weihnachtszeit wieder gezeigt werden.

Waren sie objektiv betrachtet wirklich nicht gut gemacht, lieben wir sie heute genau so sehr wie früher und sie sind der Beweis, dass die schlechtesten Western aller Zeiten manchmal auch zu den besten Western aller Zeiten gehören können.

Michael Sonntag






Impressionen aus den Filmen /Filmbilder




© by Michael Sonntag

Montag, 28. April 2025

STORY: 31. Oktober (Michael Sonntag)


31. Oktober

von Michael Sonntag

Gewidmet John Carpenter - Und für Lea-Samantha, den größten „Halloween“-Fan der Welt

(deutsche Originalausgabe, 2025)


Michael Sonntag, der seine Western auch als Michael Harte veröffentlicht, ist hier mit einer zweiten Kurzgeschichte vertreten. Regelmäßigen Lesern des AKWA Journals und des PoMeWe Magazins ist er zudem durch seine Sachbeiträge zu verschiedenen Themen aus dem Bereich der populären Unterhaltungsmedien bekannt. 


Michael war zufrieden mit sich. Sein ganzer Beutel war voller Indianerskalps. Die Regierung zahlte gut für jeden getöteten Indianer und Michael galt nicht umsonst als einer der erfolgreichsten Indianerkiller. Er hatte sich vorgenommen, dass dies sein letzter Beutezug sein sollte. Er hatte genug von der Gefahr. Er wollte sich endgültig zur Ruhe setzen.

Der Geruch von Feuer brachte ihn dazu, sein Pferd in eine andere Richtung zu lenken. Vielleicht war ja doch noch der ein oder andere Skalp zu holen. Ein paar Dollar mehr machten seinen Ruhestand nur noch angenehmer.

Wie er es gehofft hatte, saß ein Indianer an dem Feuer, das ihn in die kleine Felsenschlucht gelockt hatte. Nur ein gebrechlicher alter Mann, doch das machte keinen Unterschied. Michael zog seinen Colt und legte auf den Rücken des Mannes an.

„Hast Du Angst, einem Mann in die Augen zu blicken, den Du töten willst?“, fragte der Alte.

„Ich habe vor nichts Angst!“

„Dann setz Dich einen Moment ans Feuer. Ich habe Dir etwas zu sagen, bevor Du mein Leben beendest!“

Eigentlich hatte Michael keine Lust, seine Zeit zu verschwenden, doch irgend etwas brachte ihn dazu, den Worten des Alten zu folgen. Eine Weile starrte er wortlos in die Flammen, bevor der Alte zu sprechen anfing:

„Deine Vorfahren kommen aus einem fernen Land, das Ihr Irland nennt. Heute ist der Tag, von dem Deine Vorfahren glaubten, dass die Grenzen zwischen den Welten dünn werden und die Geister in das Land der Lebenden zurückkehren.“

„Abergläubisches Geschwätz“, unterbrach Michael den Schamanen, doch etwas in ihm begann, etwas Merkwürdiges zu fühlen, das sein Verstand nicht erfassen konnte.

„Höre mir zu! Es gibt einen alten Glauben, der besagt, dass alle tausend Jahre ein Wesen ohne Seele geboren wird. Ein Wesen, das aussieht, wie ein Mensch, doch in Wahrheit alles Böse, das in der menschlichen Seele lebt, verkörpert. Dieses Wesen wird unsterblich sein und niemand wird verstehen, was es wirklich ist.“

„Warum erzählst Du mir das?“

„Noch hundert Jahre sind es, bis dieses Wesen erneut erscheinen wird. Und es wird Dein Nachfahre sein! Für das, was Du meinem Volk angetan hast, wird Dein Name wie ein Fluch ausgesprochen werden. Denn das Böse wird wie Du genannt werden. Deinen Namen wird Dein seelenloser Nachfahre tragen und er wird Deine Familie jagen und auslöschen.“

„Jetzt reicht es mir aber!“ Mit einem Schaudern zog Michael seinen Colt und erschoss den alten Schamanen. Er gestand es sich nicht ein, doch die Worte des Alten hatten ihm Angst gemacht. Er zog sein Messer und skalpierte die Leiche. Er war froh, als er sich von dem unheimlichen Ort entfernte, doch etwas in ihm hatte sich verändert. Er, der gewissenlose Killer, hatte gelernt, was Furcht bedeutete.

***

„Sie haben da eine ganze Menge Skalps. Was machen Sie mit dem ganzen Geld?“

Der Regierungsagent zahlte den Skalpjäger aus und legte ihm die Unterlagen hin, damit er das Geld quittieren konnte.

„Ich habe genug, ich will endlich Schluss machen. Mich zur Ruhe setzen und eine Familie gründen.“

„Da kann man sie nur beglückwünschen. Wohin wollen Sie denn?“

„Ich habe gehört, in Haddonfield soll es relativ ruhig sein. Dort soll man recht zufrieden leben können.“

„Dann drücke ich Ihnen die Daumen, Mister Myers. Auch, wenn wir es natürlich bedauern, dass Sie nicht mehr für uns arbeiten.“

© Michael Sonntag

Donnerstag, 9. Januar 2025

STORY: Gunman from Hell


Gunman from Hell

von Michael Sonntag


(deutsche Originalstory, 2025)

 Eine Westerngeschichte aus Hohenstein-Ernstthal - hier denkt man zunächst einmal an Karl May. Michael Sonntag (geb. 1978) ist allerdings nicht mit diesem 'Fabulierer' aus dem Erzgebirge identisch - aber er lebt und arbeitet in der sächsischen Stadt. Nach Veröffentlichungen in verschiedenen Magazinen und Anthologien erschienen einige Gedicht- und Kurzgeschichtenbände. 2022 kam mit „Der Hauch der Wahrheit“ der erste Westernroman bei Edition Bärenklau heraus, 2024 folgte dann „Reiter der Rache“ bei Novo-Books. „Gunman from Hell“ greift Elemente des klassischen Western aber auch des Horrorgenres auf und verknüpft diese. Die Kurzgeschichte erschien zuvor in "John Sinclair".


Die Nacht war bereits hereingebrochen. Dem Betreiber des Mietstalls fröstelte es. Heute sollte es so weit sein. Eigentlich hätte er erleichtert sein sollen, doch er hatte zu viel Angst vor dem, was er gerufen hatte.

„Guten Abend“, sagte eine unheimliche Stimme neben ihm. Erschrocken drehte er sich um. Den Mann, der da im blassen Mondlicht vor ihm stand, konnte man dem Aussehen nach für einen Menschen halten. Doch er strahlte eine Kälte aus, zu der kein Wesen dieser Welt fähig sein konnte. Und auch die rotglühenden Augen zeugten von der dämonischen Herkunft des Fremden. Viel war von ihm nicht zu sehen. Sein Gesicht wurde vom Schatten seines Stetsons verdeckt auch sonst war er ganz in schwarz gekleidet.

„Du hast mich gerufen, hier bin ich!“ Selbst seine Stimme schien aus den Tiefen der Hölle zu stammen.

„Ja, das habe ich“, antwortete der Mietstallbesitzer mit zitternder Stimme.

„Was willst Du von mir?“

„Wir brauchen Hilfe. Unser Sheriff ... wir hielten ihn für einen guten Mann. Keiner konnte den Colt so schnell ziehen wie er. Und er hat unsere Stadt von allen Banditen befreit. Doch dann hat er die Maske fallen lassen. Denn kaum war Ruhe, verlangte er von allen Bewohnern der Stadt Schutzgeld. Jeden, der nicht zahlen konnte oder der Widerstand leistete, legte er um.“

„Damit werde ich fertig. Hast Du das Silber?“

„Wie verlangt.“

„Gut. Kümmere Dich um mein Pferd!“

Der Mann atmete erleichtert auf, als der Dämon fort war. Doch als er das Pferd erblickte, kehrte die Angst sofort wieder zurück. Wie sein Reiter war auch das Tier eindeutig nicht von dieser Welt.Es war kohlrabenschwarz, seine Augen glühten ebenfalls in einem dunklen Rot und aus seinen Nüstern zuckten Flammen. Ein unheilvolles Leuchten ging von ihm aus. Mit Schaudern griff er nach den Zügeln und führte das Pferd in den Stall.

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KI generated picture, modified by KJR
Der Dämon hatte sich in der Stadt umgesehen und den nächsten Morgen abgewartet. Er hätte den Sheriff ohne Probleme auch in der Nacht erledigen können, doch das war einfach nicht seine Art. Er war zwar ein Auftragskiller aus der Hölle, doch auch er hatte seine Vorstellungen von Ehre.

Sheriff Callahan hatte es sich im Schaukelstuhl vor seinem Office bequem gemacht. Er hatte seinen Hut tief ins Gesicht gezogen und döste vor sich hin.

„Stehen Sie auf, Sheriff! Ihr Verderben ist gekommen“, wurde er von einer unheimlich tiefen Stimme in seinem Schlummer gestört. Überrascht blickte er auf.

Ein schwarzgekleideter Mann hatte sich breitbeinig auf der Main Street aufgebaut.

„Was wollen Sie von mir?“

„Sie töten!“

In aller Ruhe schob Callahan seinen Stetson in den Nacken. Die Drohung konnte ihn nicht aus der Ruhe bringen. Bisher war er mit jedem Gegner fertig geworden und dieser Angeber war da sicher keine Ausnahme. Entweder ein Emporkömmling, der glaubte, sich mit einem Duell einen Namen zu machen, jemand, der sich für etwas rächen wollte oder ein Auftragskiller. Also nicht wirklich Neues. Betont lässig erhob sich Callahan und stellte sich gegenüber seines Herausforderers auf.

„Also gut, wenn Du es so haben willst!“ Niemand zog so schnell wie Callahan. Blitzschnell hatte er seinen Colt in der Hand und jeder Schuss traf. Er feuerte, bis die Trommel leer war. Doch der Fremde stand noch immer ungerührt da. Auf seinem Körper waren die Einschusslöcher zu sehen, die sich jedoch von selbst wieder schlossen.

„Nicht schlecht. Jetzt bin ich dran!“ Ohne Eile zog der Dämon seine Waffe und erschoss den Sheriff, der sich vor Entsetzen keinen Schritt bewegt hatte, sondern nur ungläubig auf seinen Gegner starrte.

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„Auftrag ausgeführt!“

Doch niemand antwortete. Verwirrt blickte sich der Dämon in dem Mietstall um. Merkwürdig, sein Auftraggeber würde ganz sicher nicht den Fehler machen, ihn zu betrügen. Immerhin wusste dieser, mit wem er sich eingelassen hatte. Und dann sah der Dämon, was passiert war: Die Stiefel des Mietstallbetreibers lagen vor der Box, in der das Pferd des Dämons untergestellt war. Daneben lag der Beutel mit den vereinbarten Silberstücken.

„Verdammt“, grollte der Dämon mit sich selbst „Ich hätte ihn warnen sollen, dass Höllenpferde Fleischfresser sind. Das vergesse ich immer wieder, dazu zu sagen.“

Aber egal, der Auftrag war ausgeführt worden und das Silber war da. Also nahm er den Beutel an sich, stieg in den Sattel und ritt zu seinem nächsten Auftrag. Diesmal würde er weniger nachlässig sein.

Wir danken Michael Sonntag für die Erlaubnis, diese Kurzgeschichte hier veröffentlichen zu dürfen.


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