Und auch auf das Risiko hin, mich unbeliebt zu machen – wie verdammt schlecht waren diese Filme denn nun? Sowohl in historischer Hinsicht als auch auf die Werke Karl Mays bezogen stimmte absolut gar nichts. Logikfehler ohne Ende, Klischees fernab jeglicher Realität und sehr oft ein ähnlicher Ablauf der Ereignisse. Schlecht geschriebene Dialoge und platte Scherze.
Und doch – wie verdammt gut waren diese Filme? Wunderschöne Landschaftsaufnahmen, bei der größten Gefahr immer dieser Schimmer von Hoffnung, romantische Träume, zwei Hauptdarsteller, die von den Jungs als Vorbilder und Identifikationsfiguren ebenso funktionierten, wie sie für die weiblichen Zuschauer (mitunter auch erotische) Traumbilder waren. Die Musik reicht aus, um sogar Erwachsene wieder ins Reich ihrer kindlichen Fantasien zu versetzen und ganze Generationen sitzen gemeinsam vor dem Bildschirm, wenn die Filme zur Weihnachtszeit wieder gezeigt werden.
Waren sie objektiv betrachtet wirklich nicht gut gemacht, lieben wir sie heute genau so sehr wie früher und sie sind der Beweis, dass die schlechtesten Western aller Zeiten manchmal auch zu den besten Western aller Zeiten gehören können.
Michael Sonntag









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