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Samstag, 18. April 2026

Filmstar : Pierre Brice (Löchel)

Pierre Brice


Pierre Brice wurde als Baron Pierre Louis Le Bris am 6. Februar 1929 in Brest geboren. Mit 15 schloss er sich als Anhänger von Charles de Gaulles dem Widerstand an, hatte aber während des Zweiten Weltkrieges eine Deutsche als Freundin.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges ging Pierre Brice mit dem Militär nach Algerien, wo er zum Fallschirmjäger ausgebildet wurde. Nach seiner Ausbildung kämpfte er vier Jahre lang in Indochina (dem heutigen Vietnam).

1951 kehrte Pierre Brice aus Indochina zurück und entschied sich – trotz der Vorbehalte seines Vaters – Schauspieler zu werden. Er nahm zwar Schauspielunterricht bei dem russischen Schauspieler Grégory Chmara, die erhofften Engagements blieben aber aus.

So verkaufte Pierre Brice, anstatt Schauspieler zu werden, erst einmal Schreibmaschinen, arbeitete als Model für Werbung und schloss sich der Artistengruppe "Trio Gansser" als akrobatischer Tänzer an.

1955 bekam Pierre Brice seine erste kleine Filmrolle in „HARTE FÄUSTE - HEISSES BLUT“ und gab damit sein Film-Debüt als Schauspieler. Zudem spielte er am Theater und stand dort in Stücken von Leo Tolstoi und Victor Hugo auf der Bühne.

Nach seiner ersten Filmrolle sah man Pierre Brice in Filmen wie „LE SEPTIÈME CIE" (1958), „DIE SICH SELBST BETRÜGEN" (1958), „DER TAG UND DIE NACHT" (1958), „DEM TEUFEL VERSCHRIEBEN" (1959) und „AUFSTAND DER TSCHERKESSEN" (1960).

1959 bekam er die Chance nach Hollywood zu gehen, unterschrieb den Hollywood-Vertrag allerdings nicht, weil er in der italienischen Filmindustrie beschäftigt war und ihm eine Rolle in Fellinis „LA DOLCE VITA“ winkte. Aus der dann allerdings doch nichts wurde.

1960 erhielt Pierre Brice seine erste Hauptrolle in „UNSCHULD IM KREUZVERHÖR“. Weitere Hauptrollen folgten in den europäischen Produktionen „DIE BACCHANTINNEN“ (1961), „AKIKO“ (1961), „LOS ATRACADORES“ (1962), „DOUCE VIOLENCE“ (1962) und „RITT IN DIE FREIHEIT „(1962).

1962 gewann der Schauspieler auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin (vom 22. Juni bis zum 3. Juli 1962) einen SILBERNEN BÄREN für seine Nebenrolle in dem spanischen Film „LOS ATRACADORES“.

Auf der Berlinale begegnete er dem deutschen Produzenten Horst Wendlandt, der ihm die Rolle des WINNETOU in der geplanten Karl-May-Verfilmung „DER SCHATZ IM SILBERSEE“ anbot.

Doch Pierre Brice war zunächst skeptisch und von der Rolle nicht sehr überzeugt und lehnte sie daher ab. Aber nachdem ihm seine Freundin und seine Agentin überreden konnten, diese einmalige Chance wahrzunehmen, änderte er seine Meinung und sagte schließlich doch zu.

Und 1962 geschah das, mit dem keiner gerechnet hatte. „DER SCHATZ IM SILBERSEE“ wurde ein riesiger Erfolg an den deutschen Kinokassen und bekam am 22. Januar 1964 eine GOLDENE LEINWAND für über drei Millionen Besucher innerhalb von 12 Monaten sowie am 19. April 1964 einen BAMBI für den geschäftlich erfolgreichsten Film 1963.

Aber auch für den Schauspieler Pierre Brice änderte sich alles mit der Rolle des WINNETOU. Er wurde nicht nur zum Star in Deutschland, sondern auch zum Idol einer ganzen Generation.

Bedingt durch seinen Erfolg, zierte Pierre Brice 56 Mal die Titelseite der BRAVO. Außer Nena schaffte diesen Rekord niemand anderes. Zudem widmete ihm die Zeitschrift drei Starschnitte.

Hinzu kamen zwölf BRAVO-Ottos (1964–1972 sowie 1976–1978), davon neun in Gold, und fünf Bambis (1964, 1967, 1968, 1987, 1990).

Nach dem Erfolgsfilm „DER SCHATZ IM SILBERSEE“ wurden auch die nachfolgenden Karl-May-Verfilmungen mit Pierre Brice, "WINNETOU I" (1963), „OLD SHATTERHAND“ (1964), „WINNETOU 2“ (1964), „UNTER GEIERN“ (1964), „DER ÖLPRINZ“ (1965) und „WINNETOU 3“ (1965), zu Erfolgen an den deutschen Kinokassen und gewannen ebenfalls jeweils eine GOLDENE LEINWAND.

Dafür waren seinen anderen europäischen Filmproduktionen wie „ROBIN HOOD IN DER STADT DES TODES“ (1963), „ZORRO GEGEN MACISTE – KAMPF DER UNBESIEGBAREN“ (1963), „DIE GÖTTIN VOM RIO BENI“ (1964), „DIE HÖLLE VON MANITOBA“ (1965) und „DER LETZTE GROSSE SIEG DER DAKER“ (1966) kein Erfolg beschieden, da sich die Kinozuschauer mit dem Schauspieler nur als Winnetou identifizierten konnten und wollten und Pierre Brice nur in dieser Rolle akzeptiert wurde.

Mitte der 1960er Jahre macht sich langsam eine gewisse Kinomüdigkeit unter den deutschen Kinobesuchern breit.

Die Besucherzahlen gingen rapide zurück und mit „OLD SUREHAND“ schaffte es 1965 der erste Karl-May-Verfilmung nicht mehr, eine GOLDENE LEINWAND zu gewinnen, da die drei Millionen Grenze nicht geknackt werden konnte. Aber immerhin erreichte „OLD SUREHAND“ noch über 2,5 Millionen Besucher.

Und auch die nachfolgenden Filme in Gestalt von „WINNETOU UND DAS HALBBLUT APANATSCHI“ (1966) und „WINNETOU UND SEIN FREUND OLD FIREHAND“ (1966) lockten nicht mehr genug Besucher in die Kinos, so dass Horst Wendlandt die Notbremse zog und schließlich die „KARL MAY“-Reihe einstellte.

1968 ritten Pierre Brice und LEX BARKER in dem Arthur-Brauner-Film „WINNETOU UND SHATTERHAND IM TAL DER TOTEN“ dann zum letzten Mal als Winnetou und als Old Shatterhand über die Kinoleinwand. Der Film floppte jedoch an den Kinokassen. Und damit war die Karl-May-Ära im deutschen Kino beendet.

Nach dem Ende der „Karl May“-Ära versuchte Pierre Brice zwar an seinen alten Erfolg als WINNETOU anzuschließen, was ihm allerdings nicht gelang.

So drehte der Schauspieler ab den 1970er Jahren vorwiegend in Italien und war dort unter anderem in Filmen wie „UN GIORNO, UNA VITA" (1970), „LA NOTTE DEI DANNATI" (1971), „FÉMININ-FÉMININ" (1973), „UNA CUERAD AL AMANECER" (1974) und „DIE PUPPE DES GANGSTERS" (1975) zu sehen.

Hinzu kamen Rollen in einigen TV-Produktionen. So unter anderem 1976 die Rolle des AKAM in der Serie „DIE MÄDCHEN AUS DEM WELTRAUM“ (in der englischen Fassung Adam).

Doch Mitte der 1970er Jahre tauchte ein Licht am Ende des Karriere-Tunnels von Pierre Brice auf.

1976 kehrte Pierre Brice als WINNETOU zurück. Diesmal agierte er aber nicht auf der Kinoleinwand als Häuptling der Apachen, sondern er spielte den Winnetou live und vor Publikum auf der sauerländischen Naturbühne in Elspe, nachdem dort der Winnetou-Darsteller Peter Löher nicht mehr zur Verfügung stand.

Die Besucherzahlen verdeutlichen, dass Pierre Brice dort als Winnetou wieder als Besuchermagnet fungierte.

Waren es 1976 gerade mal über 145 Tausend Besucher, stieg die Zahl mit dem Karl-May-Stück DER ÖLPRINZ, der ersten Live-Aufführung mit Pierre Brice, bereits auf über 250 Tausender Besucher an. Bis 1980 stiegen sie sogar bis über 404 Tausend an.

1981 heiratete Pierre Brice seine langjährige Freundin Hella Krekel, mit der er seit 1978 zusammen lebte. Eine Winnetou-Tournee im selben Jahr scheiterte, weil der Veranstalter das Geld veruntreute und in Konkurs ging. Aus diesem Grund wurde die Tournee nach nur wenigen Auftritten vorzeitig abgebrochen.

Nach diesem kurzen Intermezzo, kehrte Pierre Brice 1982 erneut als Winnetou nach Elspe zurück. Und nachdem die Besucherzahlen 1981 wieder zurückgegangen waren, stiegen sie nach der Rückkehr des Schauspielers erneut an.

Nachfolgend die Besucherzahlen zwischen 1975 und 1986 im Überblick

1975Im Tal des Todes 145.632
1976Der Ölprinz 252.602
1977Der Schatz im Silbersee 326.453
1978Winnetou I 392.663
1979Winnetou II 387.092
1980Winnetou III 404.758
1981Im Tal des Todes 301.675
1982Der Schatz im Silbersee 351.061
1983Der Ölprinz 336.744
1984Winnetou I 366.829
1985Winnetou II 311.100
1986Winnetou III 339.429


Bedingt durch den Erfolg von Pierre Brice in Elspe, wurde auch wieder das Fernsehen auf den Schauspieler aufmerksam. Und so lief 1980 die Mini-Serie MEIN FREUND WINNETOU über die bundesdeutschen Fernsehgeräte, in der auch RALF WOLTER als Sam Hawkins zu sehen war.

In der TV-Serie entfernte sich Pierre Brice bewusst von der Darstellung des Winnetous aus den Karl-May-Romanen und den Filmen aus den 1960er Jahren, und setzte stattdessen auf eine realistische Darstellung der nordamerikanischen Indianer.

Nach der Spielzeit des Jahres 1986 trennte sich Pierre einvernehmlich von den Karl-May-Festspielen in Elspe. Diese Chance nutzten die Verantwortlichen der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg, deren Besucherzahlen rapide abgenommen hatten.

Sie engagierten den französischen Schauspieler, der den Winnetou dort von 1988 bis 1991 spielte. Und wie zuvor in Elspe wurde Pierre Brice auch zum Zuschauermagnet in Bad Segeberg, denn die Zahlen stiegen von über 146 Tausend Besuchern (ohne Pierre Brice) bis 1991 auf über 317 Tausend Besucher (mit Pierre Brice).

Nachfolgend mal die Besucherzahlen von 1987 bis 1992 im Überblick

1987Winnetou I – Blutsbrüder 146.791
1988Winnetou – Der Apache  251.554
1989Der Schatz im Silbersee  260.134
1990Winnetous letzter Kampf 299.255
1991Winnetou – Das Vermächtnis  317.395
1992Old Surehand 220.084

1991 legte Pierre Brice sein Winnetou-Kostüm aber endgültig ab, so dass 1992 Gojko Mitić die Winnetou-Rolle übernahm. 1999 kehrte Pierre Brice aber noch einmal nach Bad Segeberg zurück, aber diesmal als Regisseur und inszeniert das Karl-May-Stück HALBBLUT.

Ein letztes Mal war Pierre Brice in dem ZDF-Zweiteiler WINNETOUS RÜCKKEHR als Winnetou zu sehen, der allerdings beim Fernsehpublikum nicht so gut ankam. Das lag u. a. auch daran, dass das ZDF das Drehbuch von Pierre Brice mehrmals umschreiben ließ, so dass vom Originaldrehbuch nicht mehr viel übrigblieb.

Trotzdem nahm das ZDF einen anderen Autor, um das Buch zu korrigieren. Das Resultat war, dass das Skript nicht mehr zu erkennen war. Der andere hat insgesamt vier Versionen geschrieben, dann ist er bei einem Autounfall tödlich verunglückt.

Nach dieser vom ZDF verhunzten „WINNETOU“-Verfilmung hängte Pierre Brice sein Winnetou-Kostüm endgültig an den Nagel.

Danach wurde es etwas stiller um den Schauspieler. Nur ab und zu übernahm er noch einige TV-Rollen. So in den Fernsehfilmen „UTTA DANELLA - DIE HOCHZEIT AUF DEM LANDE“ (2002), „MIT EINEM RUTSCH INS GLÜCK“ (2003) und in „DAS TRAUMHOTEL – ZAUBER VON BALI“ (2005) sowie in Folgen von „IN ALLER FREUNDSCHAFT“ (2007) und „ROTE ROSEN“ (2008).

Am 20. September 2004 erschien seine Autobiographie „WINNETOU UND ICH – MEIN WAHRES LEBEN“ in deutscher Übersetzung.

2009 war Pierre Brice als Nicolas in „HOCHZEITSREISE NACH MARRAKESCH“ in seiner letzten Rolle zu sehen.

Pierre Brice verstarb am 6. Juni 2015 an den Folgen einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus bei Paris, nachdem er am 5. Juni dort wegen hohem Fieber eingeliefert worden war.

© by Ingo Löchel


Filmographie


1. Harte Fäuste - heißes Blut (1955)

2. Le septième ciel (1958)

3. Die sich selbst betrügen / Les tricheurs (1958)

4. Der Tag und die Nacht / Le miroir à deux faces (1958)

5. Dem Teufel verschrieben / L'ambitieuse (1959)

6. Aufstand der Tscherkessen / I cosacchi (1960)

7. Unschuld im Kreuzverhör / Il rossetto (1960)

8. Call-Girls / I piaceri del sabato note (1960)

9. Die Mühle der versteinerten Frauen / Il mulino delle donne di pietra (1960)

10. An einem heißen Nachmittag / L'homme à femmes (1960)

11. La donna dei faraoni (1960)

12. Die Bacchantinnen / Le baccanti (1961)

13. Akiko (1961)

14. Los atracadores (1962)

15. Douce violence (1962)

16. Ritt in die Freiheit / Col ferro e col fuoco (1962)

17. Der Schatz im Silbersee (1962)

18. Un alibi per morire (1962)

19. Il giorno più corto (1963)

20. Robin Hood in der Stadt des Todes / L'invincibile cavaliere mascherato (1963)

21. Zorro gegen Maciste - Kampf der Unbesiegbaren / Zorro contro Maciste (1963)

22. Winnetou - 1. Teil (1963)

23. Pacto de silencio (1963)

24. Old Shatterhand (1964)

25. Die goldene Göttin vom Rio Beni (1964)

26. Winnetou - 2. Teil (1964)

27. Unter Geiern (1964)

28. Schüsse im 3/4 Takt (1965)

29. Die Hölle von Manitoba (1965)

30. Der Ölprinz (1965)

31. Winnetou - 3. Teil (1965)

32. Old Surehand (1965)

33. Der letzte große Sieg der Daker / Dacii (1966)

34. Gern hab ich die Frau'n gekillt (1966)

35. Winnetou und das Halbblut Apanatschi (1966)

36. Winnetou und sein Freund Old Firehand (1966)

37. Die Nacht gehört uns/Le 13ème caprice (1967)

38. Le regret de Pierre Guilhem (1968) (TV)

39. Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968)

40. Un giorno, una vita (1970)

41. Erika (1971)

42. La notte dei dannati (1971)

43. Anita (1971)

44. Féminin-féminin (1973)

45. La paroi (1973) (TV)

46. Una cuerda al amanecer (1974)

47. Die Puppe des Gangsters / La pupa del gangster (1975)

48. Wunderland (1983) (TV)

49. Zärtliche Chaoten (1987)

50. Mallorca - Liebe inbegriffen (1993) (TV)

51. Der blaue Diamant (1993) (TV)

52. Winnetous Rückkehr (1998) (TV)

53. Utta Danella - Die Hochzeit auf dem Lande (2002) (TV)

54. Mit einem Rutsch ins Glück (2003) (TV)

55. Das Traumhotel – Zauber von Bali (2005) (TV)

56. Kreuzfahrt ins Glück - Hochzeitsreise nach Marrakesch (2009) (TV)


TV-Serien

1. Die Marquise von B. (1970) (Mini-Serie)

2. Madame êtes-vous libre?

3. L'éloignement (1973)

4. Mort au jury (als Saget, 1974)

5. Die Mädchen aus dem Weltraum/Star Maidens (als Adam, 8 Folgen, 1976)

6. Mein Freund Winnetou (1980) (Mini-Serie)

7. Das Traumschiff (1983)

8. Schöne Ferien (1985)

9. Die glückliche Familie (1987)

10. Orages d'été (1989)

11. Die Hütte am See (Mini-Serie)

12. Ein Schloß am Wörthersee (als André Blondeau, 17 Folgen, 1991-1993)

13. Klinik unter Palmen (als Jean-Claude Valentine, 3 Folgen, 1996)

14. In aller Freundschaft (1 Folge, 2007)

15. Rote Rosen (2 Folgen, 2008)


© by Ingo Löchel

Samstag, 11. April 2026

Filmstar : Lex Barker (Löchel)

Lex Barker


Lex Barker wurde am 8. Mai 1919 als Alexander Crichlow Barker, Jr. in Rue, New York, USA, geboren.

Nach dem Besuch der „Fesseden School““ und der renommierten „“Phillips Exeter Academy“, studierte er an der „“Princeton University“, brach aber das Studium schon nach kurzer Zeit wieder ab, um eine Schauspielerausbildung zu beginnen.

1938 erhielt Barker eine kleine Rolle in dem Shakespeare-Stück „THE MERRY WIVES OF WINDSOR“ sowie in „FIVE KINGS" (1940) unter der Regie von Orson Welles.

Ein Jahr später wurde ihm von Talentsuchern der Century Fox ein Vertrag angeboten, doch Barker konnte seine Eltern nicht davon überzeugen ihn zu unterschreiben, weil er noch nicht volljährig war.

So arbeitete er tagsüber in einem Stahlwerk und studierte Ingenieurwesen in der Nacht.

1942 heiratete er Constanze Thurlow (von der er sich 1950 wieder scheiden ließ) und trat der Armee bei.

Barker erreichte während des Zweiten Weltkrieges den Rang eines Majors. Bei Kämpfen in Sizilien wurde er schwer verwundet und trug bis zu seinem Lebensende eine Silberplatte im Schädel. Drei Jahre später schied er als jüngster Major der U. S. Army aus dem Dienst.

Nach der Entlassung aus der Armee unterzeichnete er seinen Filmvertrag mit der Century Fox und gab 1946 in „“DOLL FACE““ sein Film-Debüt.

Danach folgen unter anderem weitere Nebenrollen (auch für andere Filmstudios) in „IM KREUZFEUER“ (1947), „DIE UNBESIEGTEN“ (1947), „DICK TRACY MEETS GRUESOME“ (1947), “DIE BRONZENE GÖTTIN“ (1948) und „DER SCHRECKEN VON TEXAS“ (1948).

Als Johnny Weissmüller nach dem Film „TARZAN IN GEFAHR“ (1948) die Tarzan-Rolle an den Nagel hängte, schlug die Stunde von Lex Barker. Er wurde Nachfolger von Weissmüller und gab 1949 in „TARZAN UND DAS BLAUE TAL“ sein Tarzan-Debüt.

Danach folgten die Tarzan-Filme :

  • 1950: TARZAN UND DAS SKLAVENMÄDCHEN
  • 1951: TARZAN UND DIE DSCHUNGELGÖTTIN
  • 1952: TARZAN, DER VERTEIDIGER DES DSCHUNGELS

Am 16. April 1951 heiratete er die Schauspielerin ARLENE DAHL. Doch das Paar ließ sich bereits nach wenigen Monaten, genauer gesagt am 15. Oktober 1952, wieder scheiden.

1952 gab Barker in “RED DUST“, einer Folge der Serie “TALES OF TOMORROW“, sein TV – Debüt. Es folgten Gastauftritte in „LUX VIDEO THEATRE“ (1956) und “STUDIO 57“ (1956).

Auf einer Party lernt Barker die Schauspielerin LANA TURNER kennen, die er am 8. September 1953 heiratete. Die Ehe der beiden Schauspieler war in den nächsten Jahren von Skandalen überschattet und während dieser Zeit das Lieblingsthema der Regenbogenpresse. Am 22. Juli 1957 ließen sie sich wieder scheiden.

1953 hängte Lex Barker nach „TARZAN BRICHT DIE KETTEN“ seine Tarzan-Rolle an den Nagel.

Ein Jahr später drehte Barker mit „DIE TEMPELWÜRGER VON BANGKOK“ (1954) seinen ersten europäischen Film.

Danach war Lex Barker in Hollywood vorwiegend in Western- und Abenteuerfilmen wie „GOLD IN NEVADA“ (1954), „DIE INTRIGE DER LILY SCARLETT“ (1955), „SCHONUNGSLOS“ (1956), „KLAR SCHIFF ZUM GEFECHT“ (1956), „REBELL DER ROTEN BERGE“ (1957) und „DIE HÖLLE DES DSCHUNGELS“ (1957) zu sehen.

1957 war Lex Barker neben seiner Verkörperung von „Tarzan“ in dem Film „LEDERSTRUMPF“ (1957) wohl in einer seiner bekanntesten Hollywoodrollen zu sehen.

Am 14. März 1959 heiratete Lex Barker seine vierte Frau, die Schweizerin Irene Labhardt, mit der einen Sohn (Christopher) zusammen hatte. Irene verstarb am 23. Oktober 1962 an Leukämie.

Als seine Karriere Ende der 1950er Jahre in Hollywood stagnierte, ging Lex Barker nach Europa und drehte in Italien Abenteuerfilme wie „ROBIN HOOD, DER REBELL“ (1958), „DIE VERGELTUNG DES ROTEN KORSAREN“ (1959) und „DAS GEHEIMNIS DER ROTEN MASKE“ (1960).

Durch seine Nebenrolle in „DAS SÜSSE LEBEN“ (1960) von Federico Fellini erregte er 1960 die Aufmerksamkeit des deutschen Produzenten Artur Brauner, was zu einem Wendepunkt in Barkers führen sollte.

Der deutsche Produzent war überzeugt in Lex Barker den richtigen Hauptdarsteller für seinen zweiten Mabuse-Film gefunden zu haben. Der Rest ist Film-Geschichte und so drehte Barker als Joe Como in „IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE" (1961) seinen ersten deutschsprachigen Film. Es sollte nicht sein letzter werden. Denn nach „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ folgten „DIE UNSICHTBAREN KRALLEN DES DR. MABUSE“ (1962) sowie „FRAUENARZT Dr. SIBELIUS“ (1962).

1962 kam es zu einem erneuten Wendepunkt in Barkers Karriere. Horst Wendlandt, der den Schauspieler in dem Film „LEDERSTRUMPF“ gesehen hatte, war davon überzeugt, in Barker die ideale Besetzung des OLD SHATTERHANDS für seine geplante Karl May-Verfilmung „DER SCHATZ IM SILBERSEE““ gefunden zu haben.

Aber Barker zögerte noch. Er war sich nicht sicher, ob er die Rolle annehmen sollte. Doch seine Frau war sich sicher und überredete ihn, die Rolle des Old Shatterhand zu übernehmen, was sich nicht nur für den Film, sondern auch für Barkers weitere Karriere als Glücksfall erweisen sollte.

Die „KARL MAY“-Verfilmung „DER SCHATZ IM SILBERSEE“ war so erfolgreich, dass er am 22. Januar 1964 als erster deutscher Film die „GOLDENE LEINWAND“ verliehen bekam. Zudem erhielt der Film am 19. April 1964 einen „BAMBI“ für den geschäftlich erfolgreichsten Film des Jahres 1963.

Nach Abstechern ins Abenteuergefilde in Filmen wie „DER HENKER VON VENEDIG“ (1963), „DAS TODESAUGE VON CEYLON“ (1963) sowie „KALI YUG - DIE GÖTTIN DER RACHE“ (1963) und „KALI YUG -– AUFRUHR IN INDIEN“, folgte 1963 mit „WINNETOU I“ die nächste Karl May-Verfilmung mit Lex Barker.

Und auch „WINNETOU I" traf den Geschmack des westdeutschen Kinopublikums und erhielt am 17. September 1964 die „GOLDENE LEINWAND“ für über 3 Millionen Besucher innerhalb von 12 Monaten.

Zudem bekam „WINNETOU I“ im Mai 1965 den „BAMBI“ für den geschäftlich erfolgreichsten Film des Jahres 1964.

Danach folgten weitere Karl May-Verfilmungen Schlag auf Schlag, so „“DER SCHUT“, der am 28. September 1965 ebenfalls die „GOLDENE LEINWAND“ verliehen bekam, „OLD SHATTERHAND“ (Goldene Leinwand), “WINNETOU II“ (Goldene Leinwand) sowie „WINNETOU III“, der ebenfalls, wie seine Vorgänger, eine Goldene Leinwand erhielt.

1965 folgte Lex Barkers fünfte und letzte Ehe mit der spanischen Schönheitskönigin Maria del Carmen „Tita“ Cervera, die in einem exzessiven Scheidungskrieg endete, dessen Folgen sich bis über Barkers Tod hinausziehen sollten.

Mitte der 1960er Jahre stellte sich bei den Kinobesuchern langsam eine Karl May-Müdigkeit ein, so dass die Filme „DURCHS WILDE KURDISTAN“ (1965), „IM REICHE DES SILBERNEN LÖWEN“ (1965) und “WINNETOU UND DAS HALBBLUT APANATSCHI“ (1966) nicht mehr an die Erfolge ihrer Vorgänger anschließen konnten.

Gegen Ende der Karl-May-Verfilmungen war eine neue Kinoserie mit Lex Barker geplant, die auf den erfolgreichen „Mister Dynamit“ -Kriminalromanen des Autors Karl-Heinz Günther (C.H. Guenter) basieren sollte.

Doch schon 1967 kam es bei den Dreharbeiten zu „MISTER DYNAMIT- MORGEN KÜSST EUCH DER TOD“, dem ersten Film der Reihe, zu Unstimmigkeiten, was dazu führte, dass Barker seine Gage erst einklagen musste. Verständlicherweise hatte der Schauspieler danach kein Interesse mehr daran, weitere Mister Dynamit-Filme zu drehen, was auch das Ende des Projektes bedeutete.

Nach „MISTER DYNAMIT-MORGEN KÜSST EUCH DER TOD“ folgte der deutsche Horrorfilm „DIE SCHLANGENGRUBE UND DAS PENDEL“ unter der Regie von Harald Reinl, dem an den Kinokassen aber kein Erfolg beschieden war.

Am 12. Dezember 1968 kam mit „WINNETOU UND SHATTERHAND IM TAL DER TOTEN“, der letzte Karl May-Film in die deutschen Kinos.

Ende der 1960er Jahre war Barker sporadisch im US-amerikanischen Fernsehen zu sehen. So hatte er Gastauftritte in den TV-Serien „IHR AUFTRAG, AL MUNDY“ (1969), „THE NAME OF THE GAME“(1971) und „FBI." (1971).

In seinen letzten Lebensjahren wurden für den Schauspieler die Rollenangebote ziemlich rar, weshalb er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückzog. Auf seine Familienangehörigen und Freunde wirkte Barker, nicht zuletzt durch seine zunehmenden gesundheitlichen Probleme, seine beruflichen Misserfolge aber auch durch die Konflikte mit seiner letzten Ehefrau, müde und verbraucht.

1970 drehte Barker mit „WENN DU BEI MIR BIST““ seinen letzten Film. 1972 war er in „“THE WAITING ROOM“, einer Folge der Serie „NIGHT GALLERY“, als Charlie McKinley, in seiner letzten TV-Rolle zu sehen .

Ein Jahr später schien es für den Schauspieler endlich auch in Hollywood wieder aufwärts zu gehen. Man bereitet eine TV-Serie mit Lex Barker in der Hauptrolle vor, zudem gab es Pläne für neue Filme.

Doch am 11. Mai 1973, drei Tage nach seinem 54. Geburtstag, verstarb Lex Barker in der Lexington Avenue in New York auf offener Straße an einem Herzinfarkt, während er sich auf dem Weg zu seiner damaligen Freundin, der Schauspielerin Karen Kondazian, befand.

Da Barker keine Papiere bei sich hatte, konnte der Schauspieler erst anhand der Gravur seiner Armbanduhr identifiziert werden.

© by Ingo Löchel


Filmographie

1. Doll Face (1946)

2. Do You Love Me (1946)

3. Two Guys from Milwaukee (1946)

4. Cloak and Dagger/ Im Geheimdienst (1946)

5. The Farmer's Daughter / Die Farmerstochter (1947)

6. Crossfire / Im Kreuzfeuer (1947)

7. Under the Tonto Rim (1947)

8. Unconquered / Die Unbesiegten (1947)

9. Dick Tracy Meets Gruesome (1947)

10. Mr. Blandings Builds His Dream House / Nur meiner Frau zuliebe (1948)

11. The Velvet Touch / Die bronzene Göttin (1948)

12. Return of the Bad Men / Der Schrecken von Texas (1948)

13. Tarzan's Magic Fountain / Tarzan und das blaue Tal (1949)

14. Tarzan and the Slave Girl / Tarzan und das Sklavenmädchen (1950)

15. Tarzan's Peril / Tarzan und die Dschungelgöttin (1951)

16. Tarzan's Savage Fury / Tarzan, der Verteidiger des Dschungels (1952)

17. Battles of Chief Pontiac (1952)

18. Tarzan and the She-Devil/ Tarzan bricht die Ketten (1953)

19. Thunder Over the Plains / Donnernde Hufe (1953)

20. I Misteri della giungla near / Die Tempelwürger von Bangkok (1954)

21. The Yellow Mountain / Gold aus Nevada (1954)

22. The Man from Bitter Ridge / Duell mit dem Teufel (1955)

23. Duel on the Mississippi / Die Intrige der Lily Scarlett (1955)

24. The Price of Fear / Schonungslos (1956)

25. Away All Boats / Klar Schiff zum Gefecht (1956)

26. War Drums / Rebell der roten Berge (1957)

27. The Girl in the Kremlin (1957)

28. Jungle Heat/ Die Hölle des Dschungels (1957)

29. The Deerslayer / Lederstrumpf (1957)

30. The Girl in Black Stockings / Das Mädchen mit den schwarzen Strümpfen (1957)

31. Strange Awakening / Female Fiends / Operation Red Head (1958) .... Peter Chance

32. Capitan Fuoco / Robin Hood, der Rebell (1958)

33. Mission in Morocco (1959)

34. Il Figlio del corsaro rosso / Die Vergeltung des roten Korsaren (1959)

35. La Scimitarra del Saraceno / Der Sohn des roten Korsaren (1959)

36. Terrore della maschera rossa / Das Geheimnis der roten Maske (1960)

37. La Dolce vita / Das süße Leben (1960)

38. Cavaliere dai cento volti, Il / Die Rache des roten Ritters (1960)

39. I Pirati della costa / Die Küste der Piraten (1960)

40. Robin Hood e i pirati / Robin Hood und die Piraten (1960)

41. Segreto dello sparviero nero, Il / Der Schwarze Brigant (1961)

42. El Secreto de los hombres azules / Karawane nach Zagora (1961)

43. Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (1961)

44. Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse (1962)

45. Frauenarzt Dr. Sibelius (1962)

46. Der Schatz im Silbersee (1962)

47. Il Boia di Venezia / Der Henker von Venedig (1963)

48. Frühstück im Doppelbett (1963)

49. Das Todesauge von Ceylon (1963)

50. Kali Yug, la dea della vendetta / Kali Yug: Die Göttin der Rache (1963)

51. Il Mistero del tempio indiano / Kali Yug - Aufruhr in Indien (1963)

52. Winnetou - 1. Teil (1963)

53. Old Shatterhand (1964)

54. Victim Five / Die Verdammten der blauen Berge (1964)

55. Der Schut (1964)

56. Winnetou - 2. Teil (1964)

57. Der Schatz der Azteken (1965)

58. Die Pyramide des Sonnengottes (1965)

59. Twenty-Four Hours to Kill / In Beirut sind die Nächte lang (1965)

60. Die Hölle von Manitoba (1965)

61. Durchs wilde Kurdistan (1965)

62. Winnetou - 3. Teil (1965)

63. Im Reiche des silbernen Löwen (1965)

64. Wer kennt Jonny R.? (1966)

65. Carnaval des barbouzes, Le / Gern hab' ich die Frauen gekillt (1966)

66. Winnetou und das Halbblut Apanatschi (1966)

67. Woman Times Seven / Siebenmal lockt das Weib (1967)

68. Mister Dynamit - morgen küßt euch der Tod (1967)

69. Schlangengrube und das Pendel, Die (1967)

70. Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968)

71. Aoom (1970)

72. Wenn du bei mir bist (1970)


TV-Serien

1. Tales of Tomorrow (1 Folge, 1952)

2. Lux Video Theatre (1 Folge, 1956)

3. Studio 57 (2 Folgen, 1956)

4. It Takes a Thief / Ihr Auftritt, Al Mundy (1 Folge, 1969)

5. The Name of the Game (1 Folge, 1971)

6. The F.B.I. / FBI (1 Folge, 1971)

7. Night Gallery (1 Folge, 1972)





© by Ingo Löchel

Samstag, 4. April 2026

Westernstar : Gilbert "Broncho Billy" Anderson (Löchel)

Gilbert "Broncho Billy" Anderson

Gilbert M. Anderson

Der erste Western-Star der Filmgeschichte


Gilbert M. Anderson wurde am 21. März 1880 als Gilbert Maxwell Aronson in Little Rock, Arkansas, USA, geboren.

Im Alter von 18 Jahren ging er nach New York, wo er als Fotomodell und Zeitungsausträger arbeitete, bevor er am Vaudeville-Theater als Schauspieler begann.

Ab dem Jahr 1903 war Aronson als Darsteller für die "Edison Studios" tätig und gab vermutlich in dem Stummfilm "THE MESSENGER BOY’S MISTAKE" (1903) sein Film-Debüt.

Im gleichen Jahr mimte er in „THE GREAT TRAIN ROBBERY (DER GROSSE EISENBAHNRAUB)“, dem ersten erfolgreichen Western der Filmgeschichte, gleich drei Rollen.

Nach dem Erfolg des Films stieg Aronson unter dem Künstlernamen GILBERT M. ANDERSON ins Filmgeschäft ein und gab vermutlich im Jahr 1905 mit dem Stummfilm "RAFFLES, THE AMATEUR CRACKMAN" sein Regie-Debüt.


1907 gründete er gemeinsam mit George K. Spoor die Filmgesellschaft ESSANAY, die in den 1910er Jahren zu den führenden Studios der USA gehörte, und zahlreiche Stars der Stummfilmzeit kreierte.

Während dieser Zeit erschuf Anderson neben vielen anderen Charakteren auch den BRONCHO BILLY, den er in über 140 Filmen mimte. Mit dieser Westernrolle wurde Gilbert M. Anderson legendär und avancierte damit zum ersten Western-Star der Filmgeschichte.

Am 20. Juli 1910 kam mit "BRONCHO BILLY’S REDEMPTION" einer der ersten BRONCHO BILLY-Filme in die Kinos.

Neben seiner eigenen Arbeit als Schauspieler und Westernstar, fand Anderson auch noch die Zeit, eine Serie von Westernkomödien zu drehen, deren Star der Schauspieler AUGUSTUS CARNEY war.

Das genaue Geburtsdatum von Augustus Carney ist nicht bekannt, laut einer Quelle kam er 1870 in Irland auf die Welt. Carney arbeitete als Vaudeville-Künstler bis er ab 1909 begann, für die ESSANAY Studios zu arbeiten, wo er vorwiegend Komödien und Westernfilme drehte.

1910 drehte der Schauspieler mit "ALKALI IKE’S AUTO" seine erste „ALKALI IKE“-Westernkomödie. Mit diesen Filmen unter der Regie von Anderson wurde der Schauspieler beim damaligen Kinopublikum sehr beliebt.

Doch nachdem Carney immer höhere Gagen verlangte, warf ihn das Filmstudio schließlich raus, so dass 1914 mit "THE AWAKENING AT SNAKEVILLE" der letzte ALKALI IKE-Film in die Kinos kam.

Nach seinem Rauswurf drehte der Schauspieler fünfzehn Filme als UNIVERSAL IKE für die Universal Studios.

Doch nach dem Film "UNIVERSAL IKE IN MARY GREEN’S HUSBAND" war auch bei Universal Schluss und der Vertrag mit Carney wurde 1914 von dem Filmstudio vorzeitig beendet.

Buch aus dem Jahr 2003
Danach war Carney für diverse Filmstudios nur noch in Nebenrollen zu sehen. 1916 drehte Augustus Carney mit "BLUE BLOOD AND RED" seinen letzten Film. Der ehemalige Westernstar verstarb im Jahr 1920, von seinen Fans und den Filmstudios völlig in Vergessenheit geraten.

Nach dem Rausschmiss von Carney fand Gilbert M. Anderson mit Charles Chaplin einen Ersatz für Augustus Carney, und drehte mit ihm vierzehn Filme.

Nachdem Chaplin die Filmstudios verlassen hatte, verkaufe Anderson seine Anteile an Essanay und zog sich aus dem Filmgeschäft zurück. Er ging nach New York, wo er das Longacre Theater kaufte, und dort Stücke mit wenig Erfolg produzierte.

1965 sah man Gilbert M. Anderson in "COLORADO SALOON 12 UHR 10" in seiner letzten Filmrolle. Anderson soll insgesamt 349 Filme gedreht haben. Hinzu kamen 469 Filme als Regisseur.

Gilbert M. Anderson verstarb am 20. Januar 1971 in Woodland Hills, Kalifornien, USA.




© by Ingo Löchel

Samstag, 28. März 2026

Westernstar : James Arness (Löchel)

Westernstar: James Arness

James Arness wurde am 26. Mai 1923 als James King Aurness in Minneapolis, Minnesota, USA, geboren.

Arness besuchte die "John Burroughs Grade School", die "Washburn High School" und die "West High School" in Minneapolis, wo er im Juni 1942 seinen Highschool-Abschluss machte.

Während des Zweiten Weltkriegs diente Arness in der US-amerikanischen Armee und wurde bei der Schlacht von Anzio (Operation Shingle, 22. Januar 1944) schwer verwundet.

Nach mehreren Operationen wurde Arness am 29. Januar 1945 in Ehren aus der Armee entlassen. Nach dem Ende seiner Dienstzeit besuchte Arness das "Beloit College".

1945 begann James Arness seine Karriere in der Unterhaltungsindustrie als Radiosprecher beim Sender WLOL in Minneapolis.

Entschlossen, Arbeit in Hollywood zu finden, fuhr er nach Los Angeles, wo er die Agenturen abklapperte und bei verschiedenen Castings mitmachte.

1947 gab James Arness in "DIE FARMERSTOCHTER" sein Kinodebüt. Danach folgten die Filme "ROSES ARE RED" (1947), "BATTLEGROUND" (1949) und "WESTLICH VON ST. LOUIS" (1950).

Am 12. Februar 1948 heiratete er Virginia Chapman, mit der er drei Kinder zusammen hat. Das Paar ließ sich 1960 wieder scheiden.

1950 gab James Arness in „"MASTER OF COURAGE"“, einer Folge der Serie "DIE TEXAS RANGERS" sein TV-Debüt. Ein Jahr später mimte er das außerirdische Monster in "DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT" (1951).

1954 war er in "FORMICULA" in einem weiteren SF-Klassiker auf der Leinwand zu sehen, in dem er den FBI-Agenten Graham spielte..

James Arness war ein enger Freund von JOHN WAYNE und drehte mit dem Schauspieler Filme wie "MARIHUANA" (1952), "HONDO" (1953), "DAS LETZTE SIGNAL" (1953) und "DER SEEFUCHS" (1955).

JOHN WAYNE war es auch, der Arness für die Rolle des Marshall Matt Dillon in der geplanten TV-Serie "GUNSMOKE" vorschlug.

Nach Probeaufnahmen bekam James Arness schließlich die Rolle des MATT DILLON, die ihn weltberühmt machen sollte.

Am 10. September 1955 lief mit „"MATT GETS IT"“ die erste Folge der Western-Serie "RAUCHENDE COLTS" über die US-amerikanischen Bildschirme, zu der Zeit noch in schwarz-weiß gedreht.

Danach stand James Arness 20 Jahre lang stand als Marshall Matt Dillon vor der TV-Kamera, bis am 31. März 1975 mit “"THE SHARECROPPERS" die letzte Folge der erfolgreichen TV-Western-Serie gesendet wurde.

Doch auch nach Beendigung von „"RAUCHENDE COLTS"“ blieb James Arness dem Westerngenre treu und war 1976 in dem TV-Western "DURCH DIE HÖLLE NACH WESTEN" zu sehen.

Es folgen die beiden TV-Mini-Serien "HOW THE WEST WAS WON“ (1977 und 1978), in denen er ebenfalls den Zeb MacAhan mimte. Diese Rolle spielte er auch 1979 in der gleichnamigen TV-Serie.

Am 16. Dezember 1978 heiratete Arness Janet Surtrees, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebt.

Nach einem kurzen Abstecher als Detective Jim McClain in der Krimi-Serie "McCLAIN’S LAW"“ (1981/1982), startete James Arness 1987 mit dem TV-Western "RAUCHENDE COLTS - AUF LEBEN UND TOD" ein erfolgreiches Comeback als Marshall MATT DILLON.

Zwischen 1990 und 1994 folgten vier weitere "GUNSMOKE"-TV-Filme sowie der TV-Western "TRECK NACH MISSOURI" (1988), ein Remake des Films "RED RIVER" mit John Wayne. Seine letzte Rolle mimte James Arness 2006 in "COMANCHE STALLION".

Im September 2001 wurde seine Autobiographie "JAMES ARNESS - AN AUTOBIOGRAPHY" veröffentlicht.

Der Schauspieler James Arness verstarb am 3. Juni 2011 in seinem Haus in Brentwood, Los Angeles, Kalifornien, USA.


© by Ingo Löchel



Filmographie


1. The Farmer's Daughter / Die Farmerstochter (1947)

2. Roses Are Red (1947)

3. Battleground / Kesselschlacht (1949)

4. Wagon Master / Westlich St. Louis (1950)

5. Stars in My Crown (1950)

6. Sierra / Sierra (1950)

7. Wyoming Mail (1950)

8. Two Lost Worlds (1951)

9. Double Crossbones (1951)

10. Belle Le Grand (1951)

11. The Thing from Another World / Das Ding aus einer anderen Welt (1951)

12. Cavalry Scout / Reiter gegen Sitting Bull (1951)

13. Iron Man / Ein Mann aus Stahl (1951)

14. The People Against O'Hara / Der Mordprozeß O'Hara (1951)

15. The Girl in White / Frau in Weiß (1952)

16. Carbine Williams / Stärker als Ketten (1952)

17. Big Jim McLain / Marihuana (1952)

18. Hellgate / Das Tor zur Hölle (1952)

19. Horizons West / Fluch der Verlorenen (1952)

20. Lone Hand / Auf verlorenem Posten (1953)

21. Das letzte Signal

22. The Veils of Bagdad / Der Prinz von Bagdad (1953)

23. Hondo / Man nennt mich Hondo (1953)

24. Them! / Formicula (1954)

25. Her Twelve Men / Ihre zwölf Männer (1954)

26. Many Rivers to Cross / Ein Mann liebt gefährlich (1955)

27. The Sea Chase / Der Seefuchs (1955)

28. Flame of the Islands / Insel der Leidenschaft (1956)

29. The First Traveling Saleslady (1956)

30. Gun the Man Down (1956)

31. Alias Jesse James / Ein Schuss und 50 Tote (1959)

32. The Macahans / Durch die Hölle nach Westen (1976) (TV)

33. The Alamo: Thirteen Days to Glory / Alamo - 13 Tage bis zum Sieg (1987)

(TV)

34. Gunsmoke: Return to Dodge / Rauchende Colts: Auf Leben und Tod (1987) (TV)

35. Red River / Treck nach Missouri (1988) (TV)

36. Gunsmoke: The Last Apache / Der letzte Apache (1990) (TV)

37. Gunsmoke: To the Last Man / Faustrecht des Westens (1992) (TV)

38. Gunsmoke: The Long Ride / Rauchende Colts - Er ist das Gesetz (1993) (TV)

39. Gunsmoke: One Man's Justice (1994) (TV)

40. Comanche Stallion (2006)


TV-Serien


1. The Lone Ranger / Die Texas Rangers (1 Folge, 1950)

2. Lux Video Theatre (1 Folge, 1954)

3. Front Row Center (1 Folge, 1956)

4. Gunsmoke / Rauchende Colts (als Marshal Matt Dillon, 635 Folgen, 1955-1975)

5. How the West Was Won (1977) Mini - Serie

6. How the West Was Won / Durch die Hölle nach Westen (1978) Mini - Serie

7. How the West Was Won (als Zeb Macahan, 11 Folgen, 1979)

8. McClain's Law (1981) TV-Serie (als Det. Jim McClain, 16 Folgen)



© by Ingo Löchel - Mehr von Ingo ist im BLACK STONE MAGAZINE (extern) zu lesen, welches vor ein paar Tagen sein 'Fünfjähriges' Jubiläum feiern konnte.-KJR-

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